Surfen im Alter

Surfen

Das Internet ist die wahrscheinlich bedeutungsvollste Erfindung unserer Zeit. Ältere Menschen, die in einer analogen Welt aufgewachsen sind, haben allerdings oft Berührungsängste mit der neuen Technik. Zu groß ist die Befürchtung, dass man etwas „kaputt macht“ oder die Benutzung nicht versteht.

Dennoch lohnt es sich diese Herausforderung anzunehmen, denn die unendlich vielen Möglichkeiten des Internets bieten auch Senioren eine große Hilfe – und das Tag für Tag. Denn zunehmend mehr Dienstleistungen können online in Anspruch genommen werden. Ebenfalls wird der Papierkram immer mehr digital. Dies kann eine große Erleichterung für Senioren sein, die vielleicht nicht mehr ganz so fit auf den Beinen sind – da mühsame Gänge zu den Behörden und anderen Einrichtungen vermieden werden können.

Digitalisierung im Alltag

Die Digitalisierung ist bei der jüngeren Generation längst in alle Lebensbereiche durchgedrungen. Kaum ist man aufgestanden, folgt der erste Griff zum Handy: die neusten Chatnachrichten und E-Mails werden beantwortet, auf dem Weg zur Arbeit verfolgt man Schlagzeilen und in der Pause checkt man die Sozialen Medien. Abends auf dem Sofa recherchiert man Kochideen und bestellt sich ganz bequem mit einem Mausklick den Schal, den man kürzlich entdeckt hat. Für einen Großteil der Bevölkerung ist dies quasi Alltag.

Bei den Senioren sieht das allerdings anders aus: Laut dem Digitalindex online, sind bei den 60 bis 69-Jährigen fast 80% online, bei den über 70-Jährigen sind es hingegen nur noch knapp 45%. Senioren haben schlichtweg nicht das Bedürfnis in der digitalen Welt aktiv zu werden, denn bisher ist man gut ohne das Internet zurechtgekommen. Auf der anderen Seite ist die Hürde sich mit der Bedienung dieser fremden Technologie zu befassen ziemlich hoch. Es scheint viel zu kompliziert zu sein und ein unnötiger Stressauslöser - weswegen viele Ältere sich erst gar nicht damit auseinandersetzen möchten.

Dem ist auch nichts entgegenzusetzen. Dennoch hat das Internet viele Vorteile – insbesondere für Senioren. Die Digitalisierung geht nämlich weit über den Gebrauch von internetfähigen Mobilfunkgeräten oder sozialen Medien hinaus. Zwischenzeitlich wurden viele Serviceangebote oder bürokratische Belange auf Digital umgestellt, was auch den Senioren zugutekommt.

Termine online vereinbaren

Im Internet findet man mit einem Mausklick eine Fülle von Informationen. Zum Beispiel Fachärzte in der näheren Umgebung und deren Praxisöffnungszeiten. Außerdem gibt es bei vielen Ärzten mittlerweile Online-Buchungssysteme, wodurch sich der Patient den passenden Termin reservieren kann, ohne in der Praxis anrufen zu müssen. Besonders bei Schwerhörigkeit kann dies ein großer Vorteil sein um die Kommunikation zu erleichtern. Vergessene oder verlegte Terminvereinbarungen gehören außerdem der Vergangenheit an; oftmals kann man sich gleichzeitig eine automatische Terminerinnerung per SMS oder E-Mail einrichten.

Ebenfalls werden solche Buchungssysteme in Rathäusern angeboten,   um Termine zu vereinbaren. So sind die Besuchszeiten besser planbar und stundenlanges Warten gehört endlich der Vergangenheit an.

Digitalisierung im Alltag: Einkäufe online erledigen und nach Hause liefern lassen

Einkaufen war noch nie so einfach wie in Zeiten des Internets. Hierbei ist nicht nur die Rede von Elektrogeräten oder Kleidung, sondern auch Lebensmittel und weitere Dinge des täglichen Lebens. Immer mehr Supermarktketten bieten Ihren Kunden diese Möglichkeit an, inklusive der Lieferung bis zur Haustür. So erspart man sich nicht nur das schwere Schleppen der Einkäufe, sondern kann in Zeiten der Corona-Pandemie ein zusätzliches Ansteckungsrisiko in Einkaufsläden minimieren.

Online Kontakte pflegen

Aber auch um soziale Kontakte zu pflegen eignet sich das Internet hervorragend. Seien es Chats, E-Mails, WhatsApp Nachrichten, Sprach- oder Videoanrufe – Mittel und Wege zur Kommunikation mit Familie und Freunden sind im Internet grenzenlos.
Möchte man neue Kontakte außerhalb des eigenen Umfelds knüpfen, gibt es eine Reihe von Plattformen, die dies ermöglichen. In Foren oder Blogs trifft man beispielsweise Nutzer mit ähnlichen Interessen und Einstellungen. Hier tauschen Menschen Meinungen und Gedanken zu verschiedenen Themen aus und geben oftmals Hilfestellung bei komplizierten Fragen. Aber auch Webseiten wie das Seniorenportal unterstützen das Kontakteknüpfen von Senioren.

Gefahren im Internet

Wie alle großartigen Erfindungen birgt das Internet auch gewisse Herausforderungen. Für viele Senioren ist es eine große Herausforderung, sich mit der Digitalisierung zurechtzufinden. Wer nicht technisch affin ist, dem bleibt die Onlinewelt und all dessen tolle Möglichkeiten verwehrt. Schnell findet hier eine Ausgrenzung statt, da viele Angebote erst gar nicht in Anspruch genommen werden können, wie der von der Bundesregierung durchgeführte Altersbericht hinsichtlich des Themas Digitalisierung nahelegt.

Trotz der vielen positiven Aspekte, gibt es auch gewisse Gefahren, die einem in der Onlinewelt begegnen. Leider sind nicht alle Personen die online unterwegs sind wohlgesinnt. Es bedarf besonders Vorsicht beim Datendiebstahl, Schadsoftware und anderen Betrügereien. Beim sogenannten Phishing fälschen Betrüger wichtige E-Mails, beispielsweise von Bankanbietern fälschen, um an den persönlichen Login zu kommen. Außerdem muss das Gerät vor Computerviren geschützt werden, die ebenfalls auf dem Computer gespeicherte persönliche Daten ausspähen können,geschützt werden. Insbesondere Senioren und unerfahrene Nutzer sind eine vulnerable Zielgruppe, die solch einem Betrug auf dem Leim gehen kann. Daher müssen Senioren besonders für solche Betrügereien sensibilisiert werden.

Hilfreiches Material zum Eintauchen in die Onlinewelt

Du möchtest noch mehr erfahren über den richtigen Umgang mit dem Internet?
Im Folgenden haben wir weiterführende Quellen gesammelt, die hilfreiche Informationen rund um das Internet kostenlos zur Verfügung stellen:

Wegweiser durch die digitale Welt

In diesem ausführlichen Ratgeber der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V.) wird Schritt für Schritt das Internet und die Nutzung des Internets für ältere Bürgerinnen und Bürger erklärt. Es finden sich viele hilfreiche Tipps, Definitionen und Anleitungen die sich an Anfänger und geübte Surfer richten.

Dabei sein! Online im Alter.

Dabei sein! Online im Alter - Das ist das Motto der Digitalen Engel, ein mobiles Ratgeberteam von der Initiative "Deutschland sicher im Setz e.V.". Die Digitalen Engel sind nicht nur online präsent - sie touren regelmäßig durch ganz Deutschland, um Senioren beim Umgang mit dem Internet mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, z.B. beim Umgang mit Handys und Tablets, Sozialen Netzwerken oder Sprachassistenten. Im Moment findet die mobile Tour wegen Corona nur eingeschränkt statt, dennoch findet sich auf dem Internetauftritt eine Fülle an hilfreichen Informationsvideos und anderen Materialien.

Digital mobil im Alter

"Digital mobil im Alter“ ist ein Projekt geführt von der Telefonica Marke O2 in Kooperation mit der Stiftung Digitale Chancen. Ziel ist dabei die ältere Population dabei zu unterstützen im Internet aktiv zu sein und an der digitalen Gesellschaft teilzuhaben.
Um das zu ermöglichen, bieten sie ein Digital Care Paket an, welches Podcast, Videos und Geräte beinhaltet. In der Regel werden drei Tablets und zwei Smartphones an Senioreneinrichtung für zwei Monate verliehen.
Zusätzlich dazu, ist auf deren Webseite viele kostenlose Informationen über die Nutzung des Internets zu finden wie Anleitungen und Handbücher oder Tipps für verschiedene Apps.

 

Von den Vorzügen des Internets profitieren Senioren in ihrem täglichen Leben: egal, ob man sich über das Weltgeschehen oder Interessen informieren möchte, mit seinen Angehörigen und Freunden in Kontakt bleiben, oder seinen Interessen online nachgehen möchte. Dank der vielseitigen Unterstützungsangebote durch allerhand Informationsmaterialien, Senioren-Internetcafés, VHS-Kurse oder durch die digitalen Engel, steht der Entdeckung dieses Mediums eigentlich nichts im Wege. Bei Fragen rund um das Thema Surfen sind auch Enkelinnen und Enkel gerne die Ansprechperson der Wahl. Egal wie man startet ist es wichtig, sich auch mit den möglichen Gefahren auseinanderzusetzen und insbesondere hinsichtlich des Datenschutzes vorsichtig zu sein.

In diesem Sinne: Happy Surfing!

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